Psychische Störungen von Krankheitswert können nach ständiger Rechtsprechung eine Gesundheitsverletzung im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB darstellen und somit grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch begründen.

Dabei setzt die Schadensersatzpflicht für psychische Auswirkungen einer Verletzungshandlung nicht voraus, dass diese Auswirkungen eine organische Ursache haben; es genügt grundsätzlich die hinreichende Gewissheit, dass die psychisch bedingte Gesundheitsbeeinträchtigung ohne die Verletzungshandlung nicht aufgetreten wäre. 

Verletzungshandlung und damit tatbestandsmäßiges Handeln kann dabei eine ärztliche Falschbehandlung sein.

Um eine Gesundheitsverletzung im Sinne von § 823 Ab. 1 BGB darzustellen, muss die psychische Beeinträchtigung pathologisch fassbar sein und über die gesundheitliche Beeinträchtigung hinausgehen, denen Betroffene beim Tod oder einer schweren Verletzung eines nahen Angehörigen in der Regel ausgesetzt sind.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann daher Schadensersatz sowie ein Schmerzensgeld gefordert werden, wenn der Ehegatte infolge einer ärztlichen Fehlbehandlung verstirbt.


Quelle: BGH, Urteil v. 21.05.2019 – VI ZR 299/17, BeckRS 2019, 12512