Eine Reparaturverzögerung hat keine Bedeutung für den Geschädigten eines Verkehrsunfalls.

Grundsätzlich beschränkt sich die dauer der Anmietung (eines Mietwagens) auf die für die Reparatur oder Ersatzbeschaffung notwendige Zeit. Kommt es zu einer Verzögerung, geht diese Verzögerung im Hinblick auf die entstehenden Mehrkosten für einen Mietwagen zulasten des Schädigers. Dies gilt auch, wenn letztlich unklar bleibt, weshalb sich eine Reparatur während des  Werkstattaufenthalts des Fahrzeugs verzögert.

Grund hierfür ist, dass der Geschädigte keinen Einfluss mehr auf die Abläufe hat, wenn er das Fahrzeug in eine Werkstatt gegeben hat.  Etwas anderes gilt, wenn der Geschädigte die Verzögerung zu vertreten hat. Mehr als ein mehrfaches telefonisches Nachfragen kann - so jedenfalls das Amtsgericht Tübingen - von dem Geschädigten nicht erwartet werden.

Quelle: AG Tübingen, Urteil v. 23.01.2020 - 12 C 368/19